Architektur / Raum

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MakeCity ist in und aus Berlin heraus konzipiert: Die Einwohnerzahl der Stadt wächst exponentiell, und es gibt eine in Europa unvergleichbare Entwicklung hin zu großmaßstäblichen sozialem Wohnungsbau. Die Regierungskoalition Berlins hat bis 2030 den Bau von bis zu 200.000 neuen Wohneinheiten beschlossen, darunter auch 5000 Sozialwohnungen pro Jahr. Bezahlbarer Wohnraum ist ein Thema, das in der momentanen Situation einen enormen Stellenwert hat. MakeCity präsentiert internationale Konzepte und Projekte, die das Kriterium der Bezahlbarkeit erfüllen, und gleichzeitig architektonische Qualitäten bewahren.

Unter Architektur/Raum werden neue Wohnmodelle, gemischte Typologien und Co-Housing-Konzepte vorgestellt. Das Bauen für eine immer vielfältigere Bevölkerungsstruktur – weit über die Kernfamilie hinaus – ist ein wichtiger Aspekt von Andersmachen, und „Stadt neu gemischt“ – dem MakeCity Leitgedanken.

Immobilienspekulationen haben in den letzten fünf Jahren die Grundstückspreise im Zentrum um 500% in die Höhe getrieben. Ganze Straßenzüge wurden von Bauträger_innen aufgekauft, Preise für Wohnhäuser werden durch energetische Sanierungsmaßnahmen um 11% pro m2 erhöht. Die Berliner Regierungskoalition macht zunehmend von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch, Wohnraum zu kaufen und somit vom Markt zu nehmen, um dadurch diese kritischen Verhältnisse zu entschärfen. Fast wöchentlich kommt es zu Protesten in Stadtvierteln, in denen alteingesessene Geschäfte verdrängt werden, weil die gewerblichen Mieten erhöht werden.

Das Idealbild der Berliner Mischung

Berlin Remixing – Stadt neu Gemischt greift das Idealbild der Berliner Mischung auf: Die von Hobrecht und seinen Zeitgenossen in den 1860er Jahren entworfene neuartige Blockstruktur, ein offenes, vielseitiges und adaptierbares System, in dem kleine Fabriken, Handwerksfirmen und Wohneinheiten unterschiedlicher Größe untergebracht werden können. Multifunktionale Bauvorhaben, in denen Wohnräume neben Arbeitsräumen existieren und das Erdgeschoss für kulturelle und soziale Zwecke genutzt wird, sind ein wichtiger Baustein für die Erhaltung von Vielfalt in den Quartieren in zentraler Lage, in denen lokale Produktion, sowie Nachbarschaft und soziale Nutzungen stattfinden können.

Remixing – das sind auch neue Typologien. Können Schulen, Kirchen und handfeste Industrieinfrastrukturen für das 21. Jahrhundert neu gedacht und revitalisiert werden? Können Architekt_innen Strukturen entwickeln, die grundverschiedene Konzepte von kollektiven, gemeinschaftsbasierten Räumen ermöglichen, die flexibel genug für eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten sind?

Paradigmenwechsel bei den Werten einer Gesellschaft spiegeln sich in den bebauten Räumen ihrer Städte wider. In diesem Sinne wird Architektur/Raum die international innovativsten gemeinschaftlich gebauten und entwickelten Projekte aufgreifen, um an ihnen diesen Wandel darzustellen. Schließlich bezieht sich Remixing auch auf Materialien, Typologien, Formen der Finanzierung von Neubauten, das Überdenken prozessbasierter und partizipativer Gestaltungsmethoden und – nicht zuletzt – auf innovative Finanzierungsmodelle.

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